Kalibrierung von Länge

Kalibrierung von dimensionellen Messgrößen

Die esz-Labore für die Kalibrierung von dimensionellen Messgrößen ergänzen das Geschäftsfeld der elektrischen Kalibrierung für Kunden aus Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau aller Branchen. Bei Referenzbedingungen von 20 °C ± 0,5 K kalibrieren die Techniker an modernsten Maschinen des Messtechnikausrüsters Mahr.

Perfekte Infrastruktur für dimensionelle Messgrößen bei Messraumarchitektur und Klimatisierung

Mehr Präzision und weniger Elektronik stehen für die Rückführung auf die Einheit „Meter" im Längenmesslabor im Zentrum. So sind beispielsweise die Bodenplatten des esz-Labors durch eine Trennfuge bereits beim Bau vom übrigen Gebäude getrennt worden, um Vibrationsfortpflanzung ins mechanische Labor zu vermeiden. Um den Einfluss und den Eintrag von Staub zu minimieren, werden neben der konstanten Klimatisierung die Messräume unter ständigem Überdruck gehalten. Für den eigens entwickelten Endmaßprüfstand erfolgte 2005 die Akkreditierung zusammen mit den akkreditierten Zulassungen für Handmessmittel, Bügelmessschrauben und Messuhren.

Kalibrierung von Handmessmitteln

Kalibrierung einer Messuhr Die Kalibrierung von Messuhren, Messschiebern und Bügelmessschrauben erfolgt gemäß DKD-R 4-3, Blatt 11.1, DKD-R 4-3, Blatt 9.1 bzw. DKD-R 4-3, Blatt 10.1. Im Vorbereitungsraum werden die Messobjekte mittels Waschbenzin unter geschlossenen Abzug gereinigt. Zur Kalibrierung gehören zum Beispiel Sichtprüfung der Strichskala und der Ziffern auf Lesbarkeit sowie die Funktionsprüfung über die Gängigkeit im gesamten Messbereich, Verstellbarkeit bzw. Selbsthemmung der Strichskala und Toleranzmarken, Vorlauf und Überlauf der Zeiger, Umlaufzähleinrichtung und Abhebevorrichtung.

Präziseste Handarbeit bei Messschiebern und Bügelmessschrauben

Während die Kalibrierung von Messuhren auf dem Prüfstand erfolgt, wird die Abweichung der Anzeige von Bügelmessschrauben und Messschiebern mit Parallelendmaßen oder Parallelendmaßkombinationen an mehreren Stellen über den Messbereich verteilt ermittelt. Aus den Messabweichungen wird ggf. auch die größte Messabweichung fmax ermittelt. Daneben wird mit einem planparallelen Glasprüfmaßsatz die Parallelität und Ebenheit der Messflächen bestimmt.

Kalibrierung von Werkzeugen

Kalibrierung einer Messuhr Die Kalibrierung von Werkzeugen wie Winkeln, Schichtdickenmessgeräten, Härtemessgeräten, Neigungsmessgeräten, Höhenmesseinrichtungen, Linealen oder Lehren wird gegen Normale durchgeführt, die direkt auf die Kalibriergrößen wie z.B. Länge rückgeführt werden. So lassen sich viele Messaufgaben auf 0,1 Mikrometer genau realisieren.

Keine Toleranz bei überschrittenen Toleranzgrenzen

Ebenheit beispielsweise als elementares Merkmal aller Werkzeuge, also die Angabe über die Formtoleranz, in der sich eine erzeugte ebene Fläche (z. B. durch Fräsen oder Schleifen) befinden muss, wird somit auch im kleinsten Intervall messbar. Die Toleranzgrenzen ergeben sich durch zwei gedachte Flächen, parallel zur ideal erzeugten Fläche. Die Durchführung solcher Kalibrierungen erfolgt auf einer Prüfplatte oder auf zwei definierten Punkten (z.B. Endmaßen) und der Prüfung der Ebenheit oder Rechtwinkligkeitsabweichung durch Abtasten der langen Prüfflächen mit einer Höhenmessmaschine.

Kalibrierung von Endmaßen

Kalibrierung von Endmaßen Parallelendmaße werden über einen Endmaßkomparator mit höchster Genauigkeit gemäß DKD-R 4-3, Blatt 3.1 kalibriert. Das Substitutionsverfahren erlaubt die Kalibrierung von Parallelendmaßen in der Staffelung der eigenen Normale im Bereich zwischen 0,5 mm bis 100 mm. Die Messwertverarbeitung erfolgt elektronisch und halbautomatisiert, die Ergebnisse werden an PC-Clients ausgewertet. Geprüft und dokumentiert werden die Abweichung des Mittenmaßes vom Nennmaß und die obere bzw. untere Abweichung vom Mittenmaß fo und fu.

Endmaße als Maß aller Dinge der Längenmesstechnik

Bei der Endmaßkalibrierung sind die Anforderungen an die Messraumtemperatur so hoch, dass eine Temperaturdifferenz von 0,5 K oder ein Überschreiten der Toleranzklasse 2 nach DIN ISO 3650 Tabelle 4 bereits zum Abbruch der Kalibrierung führen. Der Messtisch des Systems ist mit verschleißfesten Hartmetallleisten ausgelegt, die ein reibungsarmes Verschieben der Endmaße bei definierter Auflage ermöglichen. Bei der Messung werden nacheinander ein Messpunkt auf dem Normal und fünf Messpunkte auf dem zu prüfenden Parallelendmaß angefahren und über zwei induktive Taster, deren Werte addiert werden, gemessen. Zum Abheben der Taster während des Verschiebens der Parallelendmaße dient eine elektro-pneumatische Abhebevorrichtung, an die auch ein Endmaß-Saugheber für das Einlegen und Herausnehmen kleiner Parallelendmaße angeschlossen ist.

Kalibrierung von Längennormalen

Kalibrierung von Längennormalen Ähnlich aufwendig erfolgt die Kalibrierung von Gewinden, Einstellringen, Dornen oder Lehren: Taktilen Messungen werden mit geeigneten Rubinkugeltastern durchgeführt, deren Handhabung Fingerspitzengefühl und höchste feinmechanische Handfertigkeit erfordert. Da bei der Messmittelkontrolle oft die Aussage „gut" oder „schlecht" nicht ausreicht, sind beispielsweise Kalibriergrößen wie Steigung, Durchmesser, Rundheit oder Formabweichung umso wichtiger, um die genauen Eigenschaften von Messmitteln bewerten zu können.

Automatische Bedienabläufe sorgen für genaueste Ergebnisse

Der Bedienablauf ist durch den messkraftgeregelten und über Joystick aktivierbaren Antrieb des Messschlittens mit progressiver Auslenkkennlinie, automatischer Antasterkennung, selbstständigem Erkennen von Außen- und Innenmessungen und rechnerunterstützte Suche der Umkehrpunkte gegenüber herkömmlichen Verfahren deutlich vereinfacht und liefert so verlässlichste Ergebnisse. Geringste Messunsicherheiten werden durch aerostatische Führungen für alle auf dem Maschinenbett gelagerten Schlitten, bewegliche Lagerung der Messpinole über ein spiel- und reibungsfreies Federparallelogramm bzw. die elektronische Messkraftregelung und automatisches Antasten erzielt. Dadurch lassen sich subjektive Einflüsse und unbeabsichtigte Kollisionen mit dem Prüfling weitest gehend vermeiden.

Der Fachbereich ist spezialisiert auf die Kalibrierung typischer Messgeräte wie:

Messschieber / Messschrauben / Messuhren / Feinzeiger / Parallel-Endmaße / Prüfstifte / Grenzlehrdorne / Gewindelehrdorne / Lehren und Einstellmaße / Winkel / Winkelmesser / Lineale / Gewinde

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