Lexikon Kalibrierung - K

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Kalibrieren

Vergleich von Messungen eines Prüfmittels mit den Werten eines genaueren Normals nach einem dokumentierten Verfahren mit dem Ziel, Abweichungen zu erkennen und aufzuzeichnen. Das Wörterbuch der Metrologie (VIM) definierte bisher: „Kalibrieren umfasst die Tätigkeiten zur Ermittlung des Zusammenhanges zwischen den ausgegebenen Werten eines Messmittels [...] und den bekannten Werten der Messgröße unter bekannten Bedingungen.“ Seit 2008 wurde die Definition konkretisiert und so lautet nunmehr die Definition für Kalibrierung: „Tätigkeit, die unter festgelegten Bedingungen in einem ersten Schritt eine Beziehung zwischen den durch Normale zur Verfügung gestellten Größenwerten mit Ihren Messunsicherheiten und den entsprechenden Anzeigen mit ihren beigeordneten Messunsicherheiten herstellt und in einem zweiten Schritt diese Information verwendet, um eine Beziehung herzustellen, mit deren Hilfe ein Messergebnis aus einer Anzeige erhalten wird. [...] Kalibrierung sollte nicht mit Justierung eines Messsystems verwechselt werden, die oft Selbst-Kalibrierung genannt wird und auch nicht mit Verifizierung der Kalibrierung". Dabei kann also zusätzlich die Einhaltung vorgegebener Toleranzen überprüft und gegebenenfalls ein Abgleich durchgeführt werden. Der Begriff Kalibrierung beinhaltet diesen Abgleich jedoch nicht zwangsläufig. Durch die Kalibrierung von Prüfmitteln wird deren Funktion und Genauigkeit überprüft und im Kalibrierschein dokumentiert. Nach Reparaturen und Wartungsarbeiten muss immer eine Kalibrierung erfolgen. Die verwendeten Normale müssen rückführbar auf nationale Normale sein.

Kalibrierintervall

Um dauerhaft richtige Messungen zu erreichen, müssen die verwendeten Prüfmittel in regelmäßigen Abständen rekalibriert werden. Diese Abstände nennt man Kalibrierintervall. Die Länge dieses Zeitraums ist abhängig von den Angaben des Geräteherstellers, den geforderten Messunsicherheiten sowie gesonderten Festlegungen im Qualitätssicherungssystem eines Unternehmens.

Kalibrierlabor

Messraum zur Kalibrierung. In der Regel sollten Laborräume bei konstanten Bedingungen wie 23°C oder 20°C temperiert werden, um Einflüsse von Temperaturschwankungen auf Messergebnisse auszuschließen. Aktuelle Temperaturen müssen beim Kalibrieren berücksichtigt werden und in die Messunsicherheit eingehen.

Kalibrierschein

Im Kalibrierschein wird die erfolgte Kalibrierung eines Prüfmittels oder Messgerätes dokumentiert. Dazu werden die Gerätedaten sowie die während der Kalibrierung gemessenen Werte aufgezeichnet. DIN EN ISO 17025, Absatz 5.10.2 und 5.10.4 regeln dabei die Mindestanforderungen an den Inhalt von Kalibrierscheinen: Es muss zum Beispiel erkennbar sein, welches Labor die Messungen durchgeführt hat, wo und unter welchen Bedingungen die Kalibrierung durchgeführt wurde, welche Prüfmittel dazu verwendet wurden, welches Verfahren eingesetzt wurde, welche Abweichungen und Messunsicherheiten erzielt wurden und welche Teile welcher messtechnischen Spezifikation erfüllt werden. Kalibrierscheine ohne diese Angaben sind für die Qualitätssicherung wertlos, da die Abweichungen des Prüfmittels von den verwendeten Normalen nicht erkennbar sind und so der Sinn einer Kalibrierung in Frage gestellt wird.

Kalibriersiegel

Das Kalibriersiegel kennzeichnet ein Gerät als kalibriert. Es sollte eine eindeutige Nummer tragen, so dass die Zuordnung zum zugehörigen Kalibrierschein mit den ermittelten Messwerten möglich ist. Zudem sollte es das Datum der Kalibrierung oder den Zeitpunkt der nächsten Kalibrierung enthalten.

Kalibrierwert oder Sollwert

Dieser Wert wird entweder durch ein Normal (z.B. Kalibrator) bzw. ein festgelegtes Verfahren erzeugt und dann mit dem Prüfling gemessen. Bei der Kalibrierung von Gegenständen, die selbst Größen abgeben, wird der Kalibrierwert am Prüfling eingestellt und der Messwert mit einer Normalmesseinrichtung (z.B. Voltmeter) gemessen. Auch die von Normalen erzeugten Messgrößen unterliegen einer Messunsicherheit.